Einfach machen – und auf die eigene Intuition vertrauen
8. Dezember 2024:
Erstes Shooting für Wonnevolll
Als Mode-Startup von zwei Frauen ohne großes Budget ein Fotoshooting zu oorganisieren,erfordert viel Kreativität, dazu Spontaneität und ein gewisses Maß an Wagemut. In unserem Fall traf alles zu. Vor allem an Kreativität hat es nicht gefehlt, an erster Stelle repräsentiert durch unsere Designerin Eva Hett. Mit viel Mut und Herzblut, begleitet von inneren Kämpfen, gottlob nur gelegentlichen Selbstzweifeln und erprobter Sturheit, hat sie drei herzzerreißend schöne Märchenmotive geschaffen – Dornröschen, Schneewittchen und Sterntaler. Diese farbenprächtigen Designs unserer ersten Kapselkollektion – also tthemenbezogene Entwürfe, gebannt auf klassischen 90 × 90-Carrées, Seidenschals, Damenkrawatten und Bowies (Hair Ties) sollten heute inszeniert und fotografiert werden.
Erstes Shooting für Wonnevolll
Als Mode-Startup von zwei Frauen ohne großes Budget ein Fotoshooting zu oorganisieren,erfordert viel Kreativität, dazu Spontaneität und ein gewisses Maß an Wagemut. In unserem Fall traf alles zu. Vor allem an Kreativität hat es nicht gefehlt, an erster Stelle repräsentiert durch unsere Designerin Eva Hett. Mit viel Mut und Herzblut, begleitet von inneren Kämpfen, gottlob nur gelegentlichen Selbstzweifeln und erprobter Sturheit, hat sie drei herzzerreißend schöne Märchenmotive geschaffen – Dornröschen, Schneewittchen und Sterntaler. Diese farbenprächtigen Designs unserer ersten Kapselkollektion – also tthemenbezogene Entwürfe, gebannt auf klassischen 90 × 90-Carrées, Seidenschals, Damenkrawatten und Bowies (Hair Ties) sollten heute inszeniert und fotografiert werden.
„Das Produkt steht im
Vordergrund und nicht das Model, daher muss es
möglichst unpersönlich rüberkommen“. Das werde ich
sicher nicht mehr lernen, nicht in diesem Leben.
Für das Shooting konnten wir meine Freundin Anri Coza
gewinnen, die ebenfalls ein wahres Wunder an
Kreativität und dazu ein Multitalent ist. Erst eine
Woche zuvor hat sie uns in Genua und hat für unsere
Festgesellschaft am Konzertflügel einige ihrer selbst
geschriebenen Songs präsentiert. Ihren zweiten Beruf,
den der Fotografin, übt sie bereits seit vielen Jahren
mit genau der gleichen Professionalität und
Leidenschaft aus.
Dass sie spontan Zeit hatte für uuns war ein Glücksfall. Ihre souveräne Gelassenheit – ich traute ihr mittlerweile zu, auch ein Flugzeug landen zu können – sorgte für eine konzentrierte und fast professionelle Atmosphäre. Organisiert wurde das Shooting von meiner zweiten Mitstreiterin Susanne Hasenbeck-Berg, die auf eine lange Karriere in der Modebranche zurückblicken kann.
Dass sie spontan Zeit hatte für uuns war ein Glücksfall. Ihre souveräne Gelassenheit – ich traute ihr mittlerweile zu, auch ein Flugzeug landen zu können – sorgte für eine konzentrierte und fast professionelle Atmosphäre. Organisiert wurde das Shooting von meiner zweiten Mitstreiterin Susanne Hasenbeck-Berg, die auf eine lange Karriere in der Modebranche zurückblicken kann.
Manchmal läuft's eben einfach
Ein weiterer Glücksfall für das Shooting war die Hair
und Makeup-Artistin Alexandra Menzel. Anri hatte sie
in quasi letzter Sekunde an Bord geholt. Auf die Frage,
wer uns denn stylen würde, hatte ich geantwortet:
„Das machen wir selbst“. Ihren ungläubigen Blick
werde ich nie vergessen... Danke, liebe Anri, dass Du
uns hier vor meiner Naivität – und mit Alex das
Shooting gerettet hast.
An dieser Stelle kommen dann Spontaneität und
Wagemut (vielleicht auch Selbstüberschätzung) ins
Spiel - und damit schon wieder ich. Da wir noch kein
professionelles Model bezahlen konnten, sollte ich vor
die Kamera, das heißt: Eva hatte mich für diesen Job
auserkoren. Sie traute mir zu, ihre Tücher würdig zu
präsentieren. Auch hatte sie meine Bedenken – „zu
alt“, „zu unerfahren“, „zu dick“ etc – kategorisch
zerstreut mit dem Argument „bei uns zählt nicht die
Professionalität, es geht um Authentizität“. Ich war mir
allerdings nicht sicher, ob Authentizität wirklich das ist,
was Modefotografie erwartet. Aber ok — die
Entscheidung war von höchster Stelle getroffen.
Ich war also gefordert, an diesem Montag mein Bestes
zu geben.
In der „Maske“ unter Alexandras erfahrenen Händen,
wurde ich ruhiger. Sie arbeitete konzentriert an
meinem Make up, mit jener unaufgeregten
Professionalität von Experten, die auch die
alltäglichsten Gesichter für die Kamera retten – unter
anderem für TV-Talkrunden wie die von Markus Lanz.
Auch Modedesignerin Katharina Arnold trug dazu bei,
mein Selbstvertrauen zu stärken. Sie hatte uns spontan
einige ihrer aktuellen Kreationen anvertraut, die zu
Evas Tücher farblich und stilistisch perfekt matchen
würden: Ein stahlblaues Kleid mit Ballonärmeln, das
sich beim Tragen erstaunlich groß anfühlte. Ein
schwarzer Jumpsuit, der so präzise geschnitten war,
dass man sich automatisch etwas aufrechterhielt. Und
ein cremefarbener Bouclé-Mantel den nur Menschen
tragen, die grundsätzlich nie durch einen stressigen
Alltag hetzen müssen.
Die erste Einstellung, unsere Portraitaufnahmen,
vergingen wie im Fluge. Meine Beklommenheit wich
endgültig, als ich die ersten Probeshoots auf Anris
Bildschirm sah.
Geteilte Skepsis...
Ich war gottlob nicht allein gefordert. Meine 13-jährige
Stieftochter Tilda Emily und meine Freundin Bettina
Hagen, legendäres Ex-Model aus den 70igern und
inzwischen auch Buchautorin hatten sich ebenfalls
angeboten, für uns zu posieren. Tilda meisterte ihren
ersten Modeljob im roten Tüllrock – ebenfalls von
Katharina Arnold – bravourös, Bettina war von der
ersten Minute an „on“ – jede Bewegung saß, jeder Blick
stimmte. Wir drapierten sämtliche Tücher und Schals
der Kollektion um sie herum und stellten sogar ein
ikonisches Bild nach, das wir im Internet von ihr
entdeckt hatten. Einen Moment lang fühlte sich alles
erstaunlich glamourös an, bis jemand über ein
Verlängerungskabel stolperte – das brachte uns wieder
auf den Boden der Realität zurück.
Zwischendurch gab es kleine Pannen, die niemand groß
kommentierte: ein verrutschtes Licht, ein
widerspenstiger Schal, ein Mantel, der partout nicht so
liegen wollte, wie wir es uns vorstellten und ein Catsuit
der am Rücken zu eng war. Man lernt dabei, dass auch
profane Sicherheitsnadeln eine glorreiche Erfindung
der Menschheit sind. Aber merkwürdigerweise fügte
sich alles zusammen. Vielleicht, weil niemand
Perfektion erwartete, doch vielleicht auch, weil wir
insgeheim wussten, dass es unsere Erwartung
übertreffen würde.
Am Ende des Tages war ich erschöpft, glücklich und
stolz, das alles ohne dramatische Zwischenfälle
überlebt zu haben.
Diese Model-Erfahrung möchte ich nicht missen — sie
hat uns zusammengeschweißt, uns Mut gegeben und
gezeigt, dass man auch ohne großes Besteck und
Budget schöne Aufnahmen schaffen kann.
Ich freue mich auf das nächste Shooting.
Idealerweise mit einem Profi.
Auf jeden mit Jemandem, der weiß, was man vor der
Linse mit seinen Händen macht, wie die Füße stellt und
vor allem, möglichst blasiert und weltentrückt in die
Kamera schaut. Denn das sei genau der Unterschied auf
den es ankäme, so Anri: „Das Produkt steht im
Vordergrund und nicht das Model, daher muss es
möglichst unpersönlich rüberkommen“. Das werde ich
sicher nicht mehr lernen, nicht in diesem Leben.
Hedda Slagman
Hedda Slagman